Verbrechen der „Unehre“
Ibrahim Hassun
Der Journalist lobt die Kampagne gegen die „Ehrenmorde“, die „Syrische Frauen“ vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Und dabei analysiert er das Paradoxon und die Widersprüche in dem Begriff „Ehrenmord“, denn die Mörder haben keine Ehre.
Er fragt sich: Wenn die Ehre der Gesellschaft die Frau ist, was ist die Ehre der Frau? Wäre sie der Mann? Und falls die Sache so ist, muss die Ehre der Frau und die des Manns gleich gestellt wird.
Er kommt zum Ergebnis, dass die Freiheit und die Aufrichtigkeit zwei Vorbedingungen sind, um Ehre zu haben.
Er verurteilt die patriarchalische Kultur, die der Körper der Frau aneignen will und gleichzeitig den Mann die absolute Freiheit schenkt, weil er ein Mann ist.
Neues Opfer auf dem Schand-Altar der „Männlichkeit“
Sina Da´dousch
Sinah war erst 14 Jahre alt, als sie im April/2008 auf dem „Ehren-Altar“ geschlachtet wurde. Der „Ehren-Altar“ wird von der Regierung beschützt, in dem sie § 548 Syrisches Strafgesetzbuch beibehält und § 192 für „Ehrenmörder“ gelten lässt. Die wirklichen Mörder sind diejenige, die den Mordauftrag an Jugendlichen unter 14 Jahre erteilen, weil sie wissen, dass das Syrische Gesetz die unter 14 jährigen nicht bestraft.
Alle wissen, dass die wirklichen Mörder die Eltern und die ganze Familie und Sippe sind, und alle wissen auch über die Verantwortung der Regierenden, die die Gesetze ändern können und Sollen.
Sinah hat sich in einen 16-Jährigen verliebt, der seine Eltern beauftragen die Verlobung mit Sinah und ihre Eltern zu vereinbaren. Als die Nachricht Sinah´s Eltern erreichte, versammelten sich die „Machtinhaber“ in der Familie und habe beschlossen, dass Sinah Schande über die Familie gebracht hat und deshalb muss sie mit dem Tod bestraft werden.
Ihr Bruder (18 Jahre Alt) wurde beauftragt sie umzubringen, was er auch tat. Der jüngere Bruder (14 Jahre) gesteht die Tat und so wurde er verhaftet. Bei der Befragung kommt die Wahrheit raus und so wird der Mörder per Haftbefehl gesucht.
Sinah ist ein neues Opfer, eine von Hunderten doppelt ermordetet syrischen Frauen, einmal durch die barbarischen patriarchalischen „Figuren“ und einmal durch die Regierung, die bis jetzt die Anerkennung der Syrischen Frau als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft ablehnt.
Wie lange bleibt die sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit unbestraft?
Von Fr. Hanadi Sahlut, Mitglied des Arbeitsteams „Syrische Frauen“
In diesem Artikel protestiert Fr. Sahlut über die sexuelle Belästigung auf den Straßen und dabei kritisiert sie die allgemeine Meinung, dass die Frau durch ihre Kleidung oder ihre Gangart die Verantwortlichkeit und Schuldigkeit für die sexuelle Belästigung trägt.
Sie erwähnt auch, dass das Gesetz die Frauen vor Belästigungen schützt, aber die Gesetzhüter haben kein Interesse das Gesetz durchzuführen. ....
„Heizöl-karten“, deutliche Benachteiligung der Frauen. Verfassung und die Internationale Verträgen. Werden missachtet.
Von: Bassam Al-kadi, Leiter der Beobachterplattform: Syrische Frauen.
Der Leitartikel der Plattform untersucht den Bescheid der Syrischen Regierung die Heizölpreise anzuheben. Dabei können die Familien mit „Heizöl-Karten“ begrenzte subventionierte Menge Heizöl jeden Monat kaufen können.
Die „Heizöl-Karten“ bekommen nur Familien (mit Familienbuch), darum werden nicht verheiratete Frauen und Männer keine eigenen Karten bekommen, sondern wird die zugesprochene Menge der Eltern angepasst.
Die Leidtragenden in diesem System sind Frauen, die allein leben, denn sie bekommen keine eigene „Heizöl-Karten“, demzufolge müssen sie entweder die erhöhten Preise zahlen oder ihren Anteil bei den Eltern erkämpfen. Betroffen sind vor allem nicht verheiratete, Geschiedene, und Verwitwete Frauen, die keine eigenen Kinder haben und somit kein eigenes Familienbuch haben.
Dieser Bescheid missachtet die Syrische Verfassung, die das Recht jeder Bürger auf Sozialleistungen garantiert, und verletzt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die CEDAW-Verträge.
Die Regierung wird aufgefordert den Bescheid so zu ändern, dass die „Heizöl-Karten“ personenbezogen (nicht Familienbezogen) werden.
Die Regierung wird auch aufgefordert sich bei den Frauen zu entschuldigen für Diskriminierung.
„Syrische Frauen“ ist ein Verein und eine freie unabhängige Internetplattform, welche sich mit gesellschaftlichen Problemen in Syrien beschäftigt.
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